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PPP Frankreich Soziale Gerechtigkeit durch bewaffneten Kampf? Politische Radikalisierung in den 1970er Jahren im Vergleich [2016-2017]

Type Research Project
Hosting Institution(s) Centre for Area Studies/Frankreichzentrum University of Leipzig, Germany
Director(s) /
Spokesperson(s)/
Representative(s)
Matthias Middell (Global and European Studies Institute, U Leipzig, Germany)
Funding DAAD
Funding Term 2016 – 2017

 

In den 1960er und 1970er Jahren gab es im westlichen Europa erhebliche soziale Protestwellen, vor allem Arbeiter- und Studentenproteste. Einige der Gruppen, die sich dabei herausbildeten, wendeten sich der Gewalt, sogar dem bewaffneten Kampf zu, um ihre ideologische Wahl zu bestärken. Die Rote Armee Fraktion gründete sich in Deutschland 1970. Im selben Jahr wurden die Roten Brigaden in Italien aktiv. Das Jahr 1979 ist das Gründungsjahr der Action Directe (AD) in Frankreich und der Arbeiterpartei in Kurdistan. Zum selben Zeitpunkt nahm die Bildung von Gruppen der radikalen Linken in der Türkei ebenfalls stark zu. Unser Ziel ist die Untersuchung der politischen Radikalisierung linker Organisationen und ihres Zurückgreifens auf den bewaffneten Kampf. Dafür haben wir ein internationales interdisziplinäres Forschungsteam (Historiker, Soziologen, Politikwissenschaftler, Philosophen, Kunsthistoriker) zusammengestellt, das zum größten Teil in wissenschaftliche Einrichtungen Frankreichs und Deutschlands arbeitet. Um das Phänomen der Radikalisierung und die Funktionsweise der untersuchten Gruppen zu verstehen, nehmen wir Bezug auf das Konzept der Rahmung und die Analyse im Bereich des Framing (cadrage). Die Studie ordnet sich vor allem in den Teilen, die das französische Forschungsteam bearbeitet, der vergleichenden Soziologie zu, um die Profile der Aktivisten der radikalen Linken zu untersuchen, die sich dem bewaffneten Kampf in demokratischen (sog. „offenen“) Staaten und in autoritären (sog. „geschlossenen“) Staaten verschrieben haben. Dieser Teil strebt an, eine Typologie der Aktivisten und der Organisationen zu entwerfen, die zum Einsatz für die Analyse der politischen Radikalisierung geeignet ist. Der globalhistorische Teil, der die französischen und die deutschen Wissenschaftler zusammenbringt, wird die internationalen Verflechtungen, innerhalb der sich die Gruppen begriffen haben, in den Vordergrund stellen. Es wird außerdem die Rolle der Koordination europäischer Kooperationen bei der Suche nach Antworten auf gewalttätige Aktionen dieser Gruppen untersucht.